Bausysteme

  • Ort: Berlin, Deutschland
  • Architekt: Ieoh Ming Pei, New York
  • Fertigstellung: 2001
  • Bauherr: Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
  • Leistungen: Stahlstruktur und Verglasung
  • Eindeckung /Verkleidung: Dach: 1.745 m² VSG, Fassade: 700 m² VSG
  • Tragkonstruktion: 465 t, einlagige Kuppelstruktur mit vorgespannten Seilauskreuzungen

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Das Deutsche Historische Museum ist das älteste Gebäude des Boulevards 'Unter den Linden’ in Berlin. Es diente in der Zeit von 1731 bis 1876 dem preußischen Militär als Zeughaus für Waffen, Kriegswerkzeug und Trophäen. Im 18. Jahrhundert war es das größte Waffendepot Brandenburg-Preußens.
 
Mit dem Umzug des Deutschen Historischen Museums in das Zeughaus geht es fraglos ziviler zu. Nach dem Umbau kann man die Geschichte in Epochenräumen durchwandern. Das Museum hilft dabei den Bürgern des wiedervereinten Deutschlands, sich ihrer Identität als Deutsche und Europäer in einer globalen Zivilisation bewusst zu werden.

In einer Dauerausstellung, die sich mit etwa 10.000 m² über drei Stockwerke im Zeughaus erstreckt, werden Dokumente zur Geschichte in unterschiedlichster Beziehung präsentiert, insbesondere aber in ihrem europäischen Zusammenhang und ihrer regionalen Vielfalt.

Mit einer modernen und filigranen Stahl-Glaskonstruktion hat MERO den Innenhof des Zeughauses transparent überdacht. Wie ein bespannter Tennisschläger schwebt die aus Seilen und Stahlprofilen bestehende Dachkonstruktion über den angrenzenden Gebäudeteilen und lässt so einen wettergeschützten Innenraum von ca. 1.600 m² Fläche entstehen.

Die Geometrie der einlagigen Kuppelstruktur, mit einem Bogenstichmaß von 6,0 m, ist entlang der 40 m langen Grundseiten vertikal abgeschnitten. Die daraus resultierenden Seitenflächen sind mit ca. 5,5 m hohen Vertikalfassaden geschlossen.

3 dhm

Zusätzlich entstand zwischen Zeughaus, Neuer Wache und Maxim-Gorki-Theater ein Neubau vom Deutschen Historischen Museum, der für Wechselausstellungen genutzt wird. Zum Zeughaus hin öffnet sich das Bauwerk mit einer lichtdurchfluteten Glashalle. Zur Erzielung einer maximalen Transparenz und eines optimalen Wärmeschutzes wurde im Bereich der Halle Isolierglas mit hoher Lichtdurchlässigkeit und geringem Wärmedurchgang verwendet.

Die Fassadenverglasung hat teilweise absturzsichernde Funktion, die Dachverglasung ist zu Reinigungs- und Wartungszwecken betretbar.

Ein voll verglaster Treppenturm wurde als eine eigenständige Einheit vor die große Glashalle mit den drei Fassaden- und zwei Dachbereichen gesetzt. Die Fassade des Treppenturms variiert von Ebene zu Ebene. Im Bereich des Erdgeschosses ist sie in Form eines Kegelstumpfes ausgebildet, dessen senkrechte Achse zusätzlich um ca. 10 Grad nach innen geneigt ist. Jede dieser gebogenen Scheiben ist ein Unikat.